29.01.2009
 | Über 140 000 Euro hat der Landkreis Schweinfurt als Träger der Geomed-Klinik in die intensivmedizinische Versorgung schwerst erkrankter Menschen in Form einer neuen Überwachungsanlage sowie neuer Beatmungs- und Messgeräte investiert. Im Bild freuen sich über die jetzt nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattete Intensivstation im Gerolzhöfer Krankenhaus (von links): Der Oberarzt der Anästhesiologie, Dr. Henning Schulz, der seit dem vergangenen Jahr die Intensivstation leitet, Geomed-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer, der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Dr. Michael Dietrich, Intensiv-Schwester Sonja Bausenwein und Landrat Harald Leitherer. FOTO Norbert Vollmann |
Mehr als 140 000 Euro hat der Landkreis Schweinfurt als Träger der Geomed-Klinik in Gerolzhofen in technische Verbesserungen und Erneuerungen auf der Intensivstation gesteckt. Dadurch steigt nicht nur die Versorgungsqualität im Haus selbst, sondern den Menschen in der Region wird auch ein Stück weit mehr Sicherheit in lebensbedrohlichen Situationen wie nach einem Herzinfarkt geboten. Hinsichtlich der technischen Ausstattung kann sich die intensivmedizinische Abteilung jetzt mit großen Kliniken messen. Willkommener Nebeneffekt: Durch die Investition hat sich auch das Spektrum der Operationen erhöht. Inzwischen zeigen sich bereits erste Ergebnisse der kräftigen Investition in die erhöhte Überwachungssicherheit und Behandlungsqualität für Ärzte und Pflegepersonal in der Intensivstation mit ihren sechs Intensivpflege-Plätzen: Die Zahl der behandelten schwerst erkrankten Patienten hat sich verdoppelt. Einer Reihe davon konnte zudem dank der modernen Beatmungsgeräte die Intubation, sprich das Einführen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre, erspart werden, um nur ein wesentliches Beispiel zu nennen. Kernstück der „neuen“ Intensivstation ist die rund 90 000 Euro teuere Monitoring-, sprich Überwachungs-Anlage. Das hochmoderne Überwachungssystem stellt dem medizinischen Personal alle erforderlichen Informationen rund um die Uhr schnell, detailliert und individuell bereit. Insbesondere bei überwachten Patienten sind präzise, zeitnahe und umfassende Daten wichtig, um die richtigen und optimalen Entscheidungen treffen zu können. Die beiden neuen Beatmungsgeräte – Kostenpunkt: jeweils knapp 17 000 Euro – gewährleisten eine bessere Behandlungsqualität der gerade im Alter zunehmenden Atemwegserkrankungen, indem das Gerät sofort auf Veränderungen reagieren kann. Die druckkontrollierte Beatmung mittels einer auf das Gesicht aufgesetzten Druckmaske erlaubt es dem Patienten, in jeder Phase der Beatmung selbst zu atmen. Das verringert eben die Zahl der Intubationen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass der Patient während der Beatmung bei Bewusstsein bleiben kann und der Körper selbst aktiv bleibt, indem er sich nicht an die rein technische Beatmung gewöhnt. Mit knapp 19 000 Euro schlugen ferner neue Messgeräte zu Buche. Modernste Messverfahren geben Aufschluss über Sauerstoffbalance, das Herz-Kreislaufsystem oder das Lungenvolumen, um einige wesentliche Beispiele zu nennen. Das alles zusammen unterstützt und entlastet Ärzte und Pflegepersonal auf der Intensivstation bei ihrer komplexen und verantwortungsvollen Aufgabe. Geomed-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer zeigte sich bei der Vorstellung der neuen Ausstattung erfreut, dass der Landkreis durch die Investitionen in die intensivmedizinische Behandlung erneut die Leistungsfähigkeit und den Standort der Klinik gestärkt und damit das stationäre Versorgungsangebot für die Bevölkerung weiter verbessert hat. Die Erneuerung der Überwachungseinheit, ergänzt durch ebenfalls modernste Beatmungs- und Messgeräte, erweitere in der Klinik die Möglichkeiten, Schwerstunfallverletzte oder Patienten nach schweren chirurgischen Eingriffen wie zum Beispiel im Hinblick auf Bauchspeicheldrüse oder Darm möglichst erfolgreich behandeln zu können. Allerdings sei der Einsatz der Technik nur der eine Teil. In der Geomed-Klinik sei die menschliche und persönliche Behandlung dieser Patienten durch Ärzte und Pflegepersonal ein mindestens gleichwertiger Schwerpunkt bei der Versorgung intensivmedizinischer Patienten, betonte der Geschäftsführer. Die Fürsorge und Unterstützung der Angehörigen in diesen oft schwierigen Situationen sei dem Klinikpersonal in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Das Zusammenspiel von Pflegepersonal und Technik sei die Grundlage für eine individuelle, patientenorientierte und damit möglichst erfolgreiche Behandlung von Menschen in der Intensivmedizin, so Schirmer. Landrat Harald Leitherer betonte, dass der Landkreis durch diese Investition erneut und ganz bewusst ein Zeichen für die Geomed-Klinik gesetzt habe. Er erklärte: „Wir haben größtes Interesse daran, den Standort Gerolzhofen und den Leistungsstand in unserer Kreisklinik hochzuhalten“. Der Oberarzt der Anästhesiologie, Dr. Henning Schulz, der seit dem vergangenen Jahr die Intensivstation leitet, wies darauf hin, dass die intensivmedizinische Betreuung viel mit Altern zu tun habe. Ziel müsse es sein, die Menschen dort zu versorgen, wo sie wohnen. Er betonte mit Blick auf große Häuser: „Hier ist die Kommunikation und die menschliche Zuwendung um Klassen besser als wenn sie hinten links im Gang liegen.“ Schließlich mache auch Alleinsein krank. Durch die nach den modernsten Gesichtspunkten ausgestattete Intensivstation sei die Geomed-Klinik jetzt hervorragend aufgestellt. Dass die moderne Einrichtung die Durchführung aller großen Operationen ermöglicht, unterstrich der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Dr. Michael Dietrich. Die Größe des Hauses spiele hierbei angesichts der modernen Ausrüstung heute keine Rolle mehr.
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