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Rauschtrinken Ein-HaLT gebieten


30.09.2009

Geschäftsführer Wolfgang Schirmer (2. von links) und Harald Leitherer (2. von rechts) besiegelten jetzt mit ihrer Unterschrift unter einer entsprechenden Vereinbarung die Beteiligung der Geomed-Klinik an dem bundesweiten Projekt „HaLT – Hart am Limit Trinken
Geschäftsführer Wolfgang Schirmer (2. von links) und Harald Leitherer (2. von rechts) besiegelten jetzt mit ihrer Unterschrift unter einer entsprechenden Vereinbarung die Beteiligung der Geomed-Klinik an dem bundesweiten Projekt „HaLT – Hart am Limit Trinken", um Kinder und Jugendliche vor Alkoholmissbrauch zu schützen. Mit im Bild: Solveig Steiche (links), sie ist am Landratsamt für die Suchtprävention verantwortlich, und Thomas Birkenbach, ebenfalls am Landratsamt Abteilungsleiter für den sozialen Bereich. FOTO Norbert Vollmann

Bereits seit Juli beteiligt sich der Landkreis Schweinfurt am bundesweiten Projekt „HaLT – Hart am Limit Trinken“, um Kinder und Jugendliche vor Alkoholmissbrauch zu schützen. Tatsache ist, dass das „Saufen“ immer früher beginnt – und mit immer härteren Getränken.
Jede Woche im Schnitt ein Fall

Wie Geomed-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer bestätigte, gehöre die regelmäßige stationäre Aufnahme deutlich überalkoholisierter Jugendlicher mittlerweile nicht nur zum ganz normalen Versorgungsauftrag des Krankenhauses, sondern auch zum ganz normalen Versorgungs-Alltag auf der von Dr. Henning Schulz geleiteten Intensivstation in Gerolzhofen.

Das untermauerte in Vertretung von Schulz der Oberarzt der Anästhesie, Jörg Fierlings, mit Zahlen. Fast jede Woche einmal werde meist am Wochenende ein stark betrunkenes Kind eingeliefert „mit Steigerung in den wärmeren Monaten“. Trauriger Rekord war ein Wochenende heuer im August, als allein drei alkoholisierte Jugendliche die Nacht zur Überwachung auf der Intensivstation verbringen mussten. Manche treten dabei zuweilen so aggressiv gegenüber Personal als auch Einrichtung auf, dass die Polizei gerufen werden muss.

Egal ob „Binge drinking“ (gezieltes Rauschtrinken bis zum Unfallen durch die Aufnahme von möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit) oder auf deutsch Komasaufen – gemeint sind jeweils gefährliche Arten ausschweifenden Alkoholkonsums, denen HaLT möglichst schon im Vorfeld Einhalt gebieten will. Dies durch Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und durch geeignete präventive Maßnahmen, die aktiv und konsequent umgesetzt werden.

HaLT setzt sich aus zwei zentralen Bausteinen zusammen: Der so genannte reaktive Teil richtet sich an Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum und an ihre Eltern, sofern diese damit einverstanden sind.

Insbesondere bei Alkoholvergiftungen, die im Krankenhaus zu behandeln sind, erhalten die Betroffenen auf freiwilliger Basis zeitnah Hilfe- und Beratungsangebote unterbreitet. Ziel ist, dass diese Jugendlichen über ihren Alkoholkonsum nachdenken und einen angemessenen Umgang mit Alkohol erlernen. Ein Beratungsgespräch mit den Eltern, möglichst ebenfalls noch im Krankenhaus, ist fester Bestandteil der weiteren Vorgehensweise.
Am Anfang der Kette

Die Geomed-Klinik hat das Projekt HaLT hierzu nun ebenso wie das Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt in das Behandlungskonzept aufgenommen: Wird also ein Kind oder ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert, verständigt die Klinik über den 24-Stunden-Hausnotruf des Roten Kreuzes einen Mitarbeiter des HaLT-Teams. Das besteht aus Fachleuten der Stadt und des Landkreises Schweinfurt.

Eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge sucht daraufhin umgehend den Jugendlichen oder die Jugendliche auf und kontaktiert die Eltern, um sie zum einen über das HaLT-Projekt sowie zum anderen über den Alkoholmissbrauch und die damit verbundenen Gefahren aufzuklären. So steigt bei starker Alkoholisierung das Unfallrisiko deutlich an, Betrunkene werden häufiger Opfer von Gewaltdelikten, und Mädchen werden in überdurchschnittlichem Maß Opfer sexueller Gewalt. Riskanter Alkoholkonsum stellt auch eine Belastung für die psychosoziale Entwicklung der Jugendlichen dar, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

Gerade zu diesen Punkten wird ein Gefahren-Check-Seminar auf freiwilliger Basis angeboten, das Fähigkeiten vermitteln und fördern soll, die dem Jugendlichen im konkreten Umgang mit möglicherweise riskanten Situationen oder Verhaltensweisen Orientierung geben.

Der zweite so genannte proaktive Baustein des Programms zielt darauf ab, auf kommunaler Ebene ein Netzwerk aufzubauen, um durch Information und Prävention eine erhöhte Sensibilität beim Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen zu schaffen und nicht zuletzt auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes einzuwirken. Zielgruppen sind hier allen voran die Vertreter von Kommunen, Vereinen, Einzelhandel, Gastronomie, aber auch und gerade alle Erwachsenen, um ihrer Vorbildfunktion und Verantwortung gerecht zu werden.

Landrat Harald Leitherer betonte bei der Unterzeichnung der HaLT-Vereinbarung in Gerolzhofen: „Wir können nur hoffen und wünschen, dass das Betreuungsangebot von den betroffenen Jugendlichen und ihren Eltern angenommen und das Projekt so zum Erfolg wird, indem wir möglichst viele junge, angehende Alkoholiker gleich von Anfang an von ihrer Karriere wegbringen.“
Online-Tipp

Weitere Informationen zu HaLT gibt es im Internet unter: Bereits seit Juli beteiligt sich der Landkreis Schweinfurt am bundesweiten Projekt „HaLT – Hart am Limit Trinken“, um Kinder und Jugendliche vor Alkoholmissbrauch zu schützen. Tatsache ist, dass das „Saufen“ immer früher beginnt – und mit immer härteren Getränken.
Jede Woche im Schnitt ein Fall

Wie Geomed-Geschäftsführer Wolfgang Schirmer bestätigte, gehöre die regelmäßige stationäre Aufnahme deutlich überalkoholisierter Jugendlicher mittlerweile nicht nur zum ganz normalen Versorgungsauftrag des Krankenhauses, sondern auch zum ganz normalen Versorgungs-Alltag auf der von Dr. Henning Schulz geleiteten Intensivstation in Gerolzhofen.

Das untermauerte in Vertretung von Schulz der Oberarzt der Anästhesie, Jörg Fierlings, mit Zahlen. Fast jede Woche einmal werde meist am Wochenende ein stark betrunkenes Kind eingeliefert „mit Steigerung in den wärmeren Monaten“. Trauriger Rekord war ein Wochenende heuer im August, als allein drei alkoholisierte Jugendliche die Nacht zur Überwachung auf der Intensivstation verbringen mussten. Manche treten dabei zuweilen so aggressiv gegenüber Personal als auch Einrichtung auf, dass die Polizei gerufen werden muss.

Egal ob „Binge drinking“ (gezieltes Rauschtrinken bis zum Unfallen durch die Aufnahme von möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit) oder auf deutsch Komasaufen – gemeint sind jeweils gefährliche Arten ausschweifenden Alkoholkonsums, denen HaLT möglichst schon im Vorfeld Einhalt gebieten will. Dies durch Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und durch geeignete präventive Maßnahmen, die aktiv und konsequent umgesetzt werden.

HaLT setzt sich aus zwei zentralen Bausteinen zusammen: Der so genannte reaktive Teil richtet sich an Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum und an ihre Eltern, sofern diese damit einverstanden sind.

Insbesondere bei Alkoholvergiftungen, die im Krankenhaus zu behandeln sind, erhalten die Betroffenen auf freiwilliger Basis zeitnah Hilfe- und Beratungsangebote unterbreitet. Ziel ist, dass diese Jugendlichen über ihren Alkoholkonsum nachdenken und einen angemessenen Umgang mit Alkohol erlernen. Ein Beratungsgespräch mit den Eltern, möglichst ebenfalls noch im Krankenhaus, ist fester Bestandteil der weiteren Vorgehensweise.
Am Anfang der Kette

Die Geomed-Klinik hat das Projekt HaLT hierzu nun ebenso wie das Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt in das Behandlungskonzept aufgenommen: Wird also ein Kind oder ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert, verständigt die Klinik über den 24-Stunden-Hausnotruf des Roten Kreuzes einen Mitarbeiter des HaLT-Teams. Das besteht aus Fachleuten der Stadt und des Landkreises Schweinfurt.

Eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge sucht daraufhin umgehend den Jugendlichen oder die Jugendliche auf und kontaktiert die Eltern, um sie zum einen über das HaLT-Projekt sowie zum anderen über den Alkoholmissbrauch und die damit verbundenen Gefahren aufzuklären. So steigt bei starker Alkoholisierung das Unfallrisiko deutlich an, Betrunkene werden häufiger Opfer von Gewaltdelikten, und Mädchen werden in überdurchschnittlichem Maß Opfer sexueller Gewalt. Riskanter Alkoholkonsum stellt auch eine Belastung für die psychosoziale Entwicklung der Jugendlichen dar, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

Gerade zu diesen Punkten wird ein Gefahren-Check-Seminar auf freiwilliger Basis angeboten, das Fähigkeiten vermitteln und fördern soll, die dem Jugendlichen im konkreten Umgang mit möglicherweise riskanten Situationen oder Verhaltensweisen Orientierung geben.

Der zweite so genannte proaktive Baustein des Programms zielt darauf ab, auf kommunaler Ebene ein Netzwerk aufzubauen, um durch Information und Prävention eine erhöhte Sensibilität beim Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen zu schaffen und nicht zuletzt auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes einzuwirken. Zielgruppen sind hier allen voran die Vertreter von Kommunen, Vereinen, Einzelhandel, Gastronomie, aber auch und gerade alle Erwachsenen, um ihrer Vorbildfunktion und Verantwortung gerecht zu werden.

Landrat Harald Leitherer betonte bei der Unterzeichnung der HaLT-Vereinbarung in Gerolzhofen: „Wir können nur hoffen und wünschen, dass das Betreuungsangebot von den betroffenen Jugendlichen und ihren Eltern angenommen und das Projekt so zum Erfolg wird, indem wir möglichst viele junge, angehende Alkoholiker gleich von Anfang an von ihrer Karriere wegbringen.“
Online-Tipp

Weitere Informationen zu HaLT gibt es im Internet unter:

www.lrasw.de/gesundheitsamt

 

www.mainposte.de



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