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Vorbeugen durch fleißiges Bewegen


25.04.2010

(ks) Der Rückenschmerz zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen Deutschlands. 80 bis 90 Prozent der deutschen Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens betroffen. Der volkswirtschaftliche Schaden (Arbeitsunfähigkeit und Produktivitätsausfall) beträgt etwa 16 bis 22 Millionen Euro. Zahlen, die bedenklich stimmen.
Aus diesem Grunde referierten gleich drei Mediziner in der Geomed-Klinik zu diesem wichtigen Thema. „Schmerzen im Rücken – Symptome und Therapie“ war das Motto von Dr. Dagobert Götz (Chefarzt der Anästhesie), Dr. Leonhard Olsinski (Chefarzt der Unfall- und Orthopädischen Chirurgie) und Dr. Joachim Hart vom Medizinischen Versorgungszentrum für Neurochirurgie in Schweinfurt. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Patientenseminare in der Geomed-Klinik statt.
Dr. Götz betonte, dass der Schmerz sehr subjektiv geprägt sei und von jedem Patienten anders empfunden werde. Eingeteilt wird der Schmerz in verschiedene Formen: Rückenschmerzen, die von Knochen, Muskeln und Bänder ausgehen, und Rückenschmerzen, die von den Nerven ausgehen wie beim Bandscheibenvorfall. Der Patient laufe oft von Arzt zu Arzt. Ganz wichtig sei dabei die gute Zusammenarbeit der Ärzte wie Internisten, Orthopäden oder Neurologen.
„Die große Kunst des Arztes besteht nur darin, den richtigen Weg für den Patienten zu finden. Alle müssen Geduld haben“, so Götz. Wichtig bei der Behandlung sei das Führen eines Schmerztagebuches. Akute Schmerzen, so Dagobert Götz, sind der Hexenschuss, Nerveneinklemmungen (Ischias) Muskelverzerrungen, Bandscheibenvorfälle. Sie können aber auch aus dem internistischen Bereich wie Schwangerschaft, Unfälle, Rheumaerkrankungen oder Tumore kommen.
Die chronischen Schmerzen entstehen durch Abnutzung der Wirbelsäule, Haltungsschäden, genetisch erworben, oder chronische Fehlbelastung.
Ist der Schmerz psychosomatisch, kann leicht ein Teufelskreis entstehen: Rückenschmerzen - Muskelverspannungen - Depressionen - Schmerzen und so weiter. Dr. Götz ging auf die verschiedenen Therapiemöglichkeiten ein. Eine Schmerztherapie muss nach einem festen Zeitplan verlaufen.
Eindringlich hob er die Prävention (Vorbeugung) hervor. Auch hier gelte: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Wichtig sei auch, das dynamische Sitzen und Gymnastikübungen in den Alltag mit einzubauen und den Körper immer mal zu be- und entlasten.
Dr. Leonhard Olsinski widmete sich dem Schmerz, hervorgerufen durch Osteoporose. Es gibt vier Millionen Osteoporosekranke, die häufigsten Folgerungen sind Brüche an der Wirbelsäule, sagte er. Die Medizin habe mittlerweile sehr große Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht. Olsinski erklärte die Ballon-Kyhpoplastie-Operationsmethode, die speziell bei älteren Patienten mit Wirbelfrakturen angewandt wird. Dadurch entstehen eine sofortige Erleichterung oder Behebung des Schmerzes, eine mögliche Wiederherstellung der Mobilität, der Erhalt der aufrechten Haltung und eine bessere Lebensqualität.
Der Neurochirurg Dr. Joachim Hart ging der Frage nach, wo Rückenschmerzen entstehen und was man dagegen tun kann. Gut 90 Prozent der Patienten erholen sich wieder, auch ohne spezielle Behandlung. Der Schmerz kann von den Wirbelgelenken, den Bandscheiben oder der Kreuz-Darmbeinfuge kommen. Die Alterung der Wirbelsäule ist der Hauptgrund. Es gibt, so Hart, zwei Therapien, je nach Beschwerdeschwere. Abschließend erklärte er noch den Operationsverlauf. Alle drei Referenten gingen dann noch auf die Fragen der Besucher ein.

 

Quelle: www.mainpost.de



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